Klartext I

Ich lese oft „Ich sage meinem Kind jeden Tag, dass ich es liebe“ oder „Ich sage meinem Kind immer, dass es zu mir kommen soll, wenn es ein Problem hat“. Daran ist im Grunde nichts verkehrt. Doch Worte ...ja was sind schon Worte. Ich kann dir alles erzählen. Wenn ich nicht meine was ich sage, wird es schwierig für dich. Vielleicht glaubst du mir nicht. Oder du glaubst meinen Worten und misstraust deinem Gefühl, dass das was ich da tue, doch eigentlich eine ganz andere Sprache spricht. Wenn meine Worte deckungsgleich sind mit meinen Taten, fühlt sich das gut an. Dann darf ich auch an meinen Worten gemessen werden. Dann bin ich dankbar, wenn mir jemand eine mögliche Diskrepanz aufzeigt und wir können darüber in Austausch gehen. Du weißt woran du bist, ich bin klar und verlässlich.

Wenn du willst, dass dein Kind dir wichtiges anvertraut, sei ein Mensch, dem ein Kind alles anvertrauen will und kann. Angstfrei.

Wenn du willst, dass dein Kind zu dir kommt wenn es Probleme hat, sei ein Mensch, zu dem ein Kind kommen will, wenn es Probleme hat. Seid ein Team, das gemeinsam Probleme löst.

Wenn sich dein Kind geliebt fühlen soll, liebe es. Lebe deine Liebe so, dass dein Kind sie fühlen kann. Sehe es, höre es, akzeptiere es wie es ist, begleite es. Wenn du deinem Kind sagst, dass du es liebst, wird es das was du tust mit dem Wort Liebe verknüpfen. Mit dieser Schablone von Liebe geht es dann hinaus in die Welt. Ich kenne Menschen die ziemlich lieblose Verhaltensweisen für Liebe halten. Wie sieht dein Bild von Liebe aus? Wie fühlt sich dein Kind geliebt? Wie fühlst du dich geliebt?

Wenn du willst, dass dein Kind dir folgt, sei ein Mensch, von dem dein Kind spürt, dass es eine gute Idee ist ihm zu folgen. Weil du ein Fels in der Brandung bist. Weil du da bist. Weil es dir vertrauen kann.

Prüfe was du sagst, denn diese Worte werden die erste, prägende innere Stimme deines Kindes werden. Und prüfe ob das was du tust, übereinstimmt mit deinen Worten. Ob du lebst, was du sagst. Wenn du nicht lebst was du sagst und das aber gerne möchtest, kannst du dankbar für diese Erkenntnis sein und nach einem Weg suchen, wie du wieder lernen kannst, es zu leben. Da liegen Perlen, Energien und Wachstum vergraben – unter dieser gedachten Liebe, dem gedachten Vertrauen und der gedachten Verbindung.

Denken, fühlen, sagen, tun. Jedes steht für sich und gleichzeitig sind alle miteinander verbunden. Stimmen sie in deinem Leben überein? Was würde dein Kind dazu sagen?

Hanna