Ich wunder mich.

Jedes Kind kommt vollkommen auf die Welt. So wie ich. So wie du.

Kinder leben angstfrei Versuch und Irrtum. Ich lerne das wieder. Und du?

Jedes Kind ist einzigartig. So wie ich. So wie du.

Kinder lernen immer. So wie ich. So wie du.

Kinder machen Fehler. So wie ich. So wie du.

Kinder haben sich gern. So wie ich. So wie du?

Kinder leben im Hier und Jetzt. Ich hänge noch abundzu in der Vergangenheit und in der Zukunft rum. Und du?

Kinder nehmen das Leben an so wie es ist. Ich versuche das. Und du?

Kinder vertrauen Menschen. So wie ich. So wie du?

Kinder glauben an Wunder. So wie ich. So wie du?

Wir hatten sie alle zur Verfügung, diese Fähigkeiten. Heute haben sie aus meiner Sicht nicht mehr viele Menschen. Wer hat noch mit Leichtigkeit den Mut Fehler zu machen? Wer hat sich gern wie er ist? Wer vertraut dem Mensch an sich? Wer glaubt noch an Wunder?

Wenn wir diese Fähigkeiten, die wir alle als Kinder hatten, verlernt haben, hat das aus meiner Sicht mit den Erfahrungen während unserer Kindheit zu tun. Und mit den Schlüssen, die wir mit der Zeit aus diesen Erfahrungen gezogen haben. Wir haben begonnen uns Geschichten darüber zu erzählen, wie die Wirklichkeit wirklich ist und dass es kindisch und naiv ist, an das Gute und an Wunder zu glauben. Wir haben vielleicht erlebt, dass es zu Situationen kommt, in denen Menschen anders handeln, als sie sagen – und wir glauben nun, dass das grundsätzlich gilt und dass man Menschen lieber nicht vertraut. Sonst wird man vielleicht verletzt und das tut weh. Wir haben vielleicht erlebt, dass wir nicht gehört werden und reden seither sehr viel und laut oder haben vielleicht ganz damit aufgehört oder sagen das, was wir glauben was andere hören wollen. Wir haben Angst, wollen uns schützen und halten uns fern. Fern von anderen Menschen, Begegnungen, Wundern. Wir sehen das Leben z.B. als hart und willkürlich an oder sogar als gefährlich. Uns selbst nehmen wir vielleicht als mangelhaft wahr und anderen Menschen begegnen viele lieber mit Vorsicht. Und wir merken gar nicht, dass wir unsere Sicht auf uns, das Leben und andere Menschen immer und immer wieder selbst bestätigen. Ja. Das hier kann man Küchenpsychologie nennen. Oder hilfreich finden. Denn:

Das geht auch anders. Wenn wir z.B. irgendwann spürbar erkennen, dass die Erfahrungen von damals vorbei sind. Wenn wir z.B. feststellen, dass wir heute ganz andere Erfahrungen machen können, wenn wir uns lassen. Wenn wir z.B. sehen, dass uns unsere Wahrnehmung Geschichten erzählt – und dass man sie so oder auch ganz anders erzählen kann. Dann...ja dann...nehmen wir Schritt für Schritt vielleicht wieder Stück für Stück die Wunder um uns herum wahr.

So wie ich. So wie du?

Hanna